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Franz Michael Felder über das Weben

Endlich fertigte mir des Vaters geschickte Hand einen kleinen, ungemein einfachen Webstuhl, und Vetter Weber, ein Nachbar, zeigte mir, wie man da aus rohem Garn Bänder für den Hausgebrauch anfertigen könne. In einem halben Tag war meine Lehrzeit überstanden. Zuerst gab’s nun freilich zuweilen für mich noch sehr verwickelte Fälle, und ich mag für mehrere Groschen Garn verdorben haben. Der Vater, sonst sehr sparsam, tröstete mich hierüber und sah mich lächelnd durch Schaden klüger werden.

Franz Michael Felder: „Aus meinem Leben“, 1869, S. 28

[…] Aber nicht nur beim Verkauf, auch bei Erzeugung meiner Ware hatte ich frohe Stunden. Zuerst arbeitete ich nur daheim und dünkte mich nicht wenig, wenn ich meinen Webstuhl auf dem Tisch aufgestellt hatte und man dann zwischen die wuchtigen Hammerschläge des Vaters hinein mein kleines Schifflein im aufgespannten Garne rauschen hörte.

Franz Michael Felder: „Aus meinem Leben“, 1869, S. 29

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